Information der Schulleitung

Mittwoch, 18. März 2009 10:14 von

Das Rundschreiben Nr. 2 des Schuljahres 2008/09 widmet der Schulleiter des Gymnasiums Grafing, Dr. Harald Parigger, der Thematik „Schulverein“.

Mit freundlicher Genehmigung der Schulleitung geben wir den Inhalt dieses Schreibens hier wieder:

[Original (Auszug) als PDF]

Wer zahlt das eigentlich alles?

Alle reden von der Finanzkrise, ich auch, denn für mich gilt der Spruch Emanuel Geibels:

„Sorgen sind meist von der Nessel Art,
sie brennen, rührst du sie zu zart;
fasse sie an herzhaft,
so ist der Griff nicht schmerzhaft!“

Haben Sie einmal darüber nachgedacht, woher im Einzelnen das Geld kommt, das benötigt wird, damit eine so große Schule wie das Gymnasium Grafing, mit insgesamt 1600 Menschen, nicht nur reibungslos funktionieren, sondern auch zu einer Stätte der kulturellen und sozialen Begegnung werden kann?

Das ist doch ganz einfach, werden Sie antworten, eine Schule ist eine öffentliche Einrichtung, so etwas wie eine Behörde, also kommt das Geld vom Steuerzahler.

Das ist im Großen und Ganzen richtig, und doch stimmt es so auch wieder nicht. Ich will versuchen, mit wenigen Worten zu erklären, wie unsere Finanzierung funktioniert. Grob gesagt, steht für die Besoldung des pädagogischen und des verwaltenden Personals der Freistaat Bayern ein, für die Instandhaltung aller schulischen Liegenschaften (Gebäude und Grundstücke), für die dafür nötigen Arbeitskräfte (die Hausmeister) und für alle anfallenden Sachkosten, von der Tafel bis zur Bestuhlung, vom PC bis zur Kreide, vom Aktenordner bis zum Toilettenpapier sorgt der sogenannte Sachaufwandsträger, in unserem Fall der Landkreis Ebersberg.
Damit ist der Unterricht in einer angemessen ausgestatteten Umgebung gesichert. Aber ein Zentrum der kulturellen und sozialen Begegnung ist eine Schule damit noch lange nicht.

Haben Sie sich einmal gefragt, wer die Autoren bezahlt an den Literaturtagen? Die Auszeichnungen für besonders tüchtige oder einsatzbereite Schüler? Die Referenten am Gesundheitstag? Wer die Kosten trägt für die Vielzahl von musikalischen, künstlerischen und sportlichen Aktivitäten, für die aufwändigen Revuen vor Tausenden von Zuschauern? Woher die Zuschüsse kommen für Schüler/innen, die zu Veranstaltungen fahren, die Unterstützung für die weniger Begünstigten? Die neuen Klaviere, die Ausstattung für die Bewegungskünstler, die Blumen, Speisen und Getränke bei Festlichkeiten, die Buchgutscheine für Abiturienten, ich könnte noch lange so fortfahren, wer also für all das geradesteht, was ihren Kindern zugute kommt und was die Schule erst zum Lebensmittelpunkt, zur Stätte sozialer und kultureller Begegnung macht?

Ich will es Ihnen sagen, woher die dafür nötigen Mittel kommen: von Mäzenen („Sponsoren“), von dem, was die Schule selbst erwirtschaftet, und – vor allem – vom Förderverein.
Der Förderverein ist ein Zusammenschluss von Eltern, Lehrern und Freunden des Gymnasiums Grafing, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Schule bei all dem zu unterstützen, was mehr aus ihr macht als eine Anstalt zur Unterrichtserteilung.

Vielleicht werden Sie sich fragen, warum ich Ihnen das ausgerechnet heute erzähle. Ganz einfach: aus der Sorge heraus, dass all das, was ich Ihnen aufgezählt habe an Leistungen der Schule für Ihre Kinder, irgendwann nicht mehr bezahlbar sein wird.

Das hat verschiedene Gründe. Der eine besteht darin, dass, so sehr auch der Landrat und seine Mitarbeiter/innen und die Schulleitungen darum kämpfen, die Schulen gut auszustatten, es doch einzelne Mitglieder des entscheidenden Kreistagsausschusses gibt, die glauben, dass man vordringlich und zuerst an der Bildung sparen müsse. Da gibt es manche, die halten hygienische Duschen und Toiletten, Sitzmöbel, bei denen man sich keinen Spreißel ins Gesäß zieht, und modern ausgestattete Fachräume für „Luxus“.
Da gibt es sogar einige, die wollen uns unsere durch nachhaltiges und zukunftsorientiertes Wirtschaften gewonnenen Ersparnisse wegnehmen, weil ihrer Ansicht nach der, der gespart hat, zu viel bekommen hat.
So müssen wir in diesem Jahr eine erhebliche Etatkürzung hinnehmen und können froh sein, wenn uns unsere mühsam ersparten Notgroschen nicht weggenommen werden, um anderswo Löcher zu stopfen. Das ist der eine Grund für meine Sorgen.
Der andere Grund, liebe Eltern, sind Sie. Wir haben nämlich festgestellt, dass – Lehrer und andere Mitlieder sind abgezogen – gerade mal  335 Erziehungsberechtigte Mitglieder des Fördervereins sind.

335 von 1500 – finden Sie nicht, dass das ziemlich wenig sind? Vor allem angesichts der Tatsache, dass uns eine überwältigende Mehrheit von Ihnen eine gute bzw. sehr gute Schulqualität attestiert! Hat womöglich eine große Zahl übersehen oder vergessen, dass es einen solchen Schulverein gibt?

Oder sind wirklich nur 335 von 1500 Eltern der Meinung, dass all dies, Literaturtage, Preise, Auszeichnungen, Feste, künstlerische und sportliche Aktivitäten, Zuschüsse zu Fahrten usw. usw. förderungswürdig ist? Was glauben die restlichen 1165?
Dass Vater Staat für alles aufkommt? Dass wir über geheime Geldquellen verfügen? Dass für Finanzierungsfragen immer die anderen zuständig sind?
Leider trifft nichts davon zu – und deswegen mache ich mir Sorgen, ob wir unsere Aktivitäten fürderhin noch finanzieren können. Deswegen aber auch meine nachdrückliche Bitte an Sie: Werden Sie Mitglied im Förderverein, sorgen Sie mit dafür, dass das Gymnasium Grafing weiterhin die Mittel bekommt, die es braucht, um ein Zentrum des kulturellen und sozialen Lebens im Landkreis zu bleiben.



Ich bin am Ende meines Rundschreibens angelangt. Es hat Ihnen, hoffe ich, wieder nahe gebracht, dass wir uns mit Freude und Einsatz um Ihre Kinder kümmern.

Helfen Sie dabei mit – werden Sie Mitglied im Schulverein!

Herzliche Grüße
Ihr

Dr. Harald Parigger

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